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Wie das Ostseebad Heiligendamm gegründet wurde
Ende des 18. Jahrhunderts kommt das Baden im Meer auch in
Deutschland in Mode. Grund war ein Artikel im Hannoverschen
Magazin. 1792 beschreibt dort Hofrat Professor Lichtenberg über
den vortrefflichen Nutzen eines Seebades.
Der damalige Mecklenburgische Herzog Friedrich Franz der l.
erteilt seinem Leibarzt Hofrat Professor Vogel eine Studie für
das Anlegen eines Seebades bei Bad Doberan zu erstellen. Die
Studie gefiel dem Herzog so gut, das er selbst um 1793 am
Strande von Heiligendamm Zelte aufstellen läst und mit seinem
Hofstaat in die kühlen Fluten der Ostsee steigt.
Um 1793 fällt dann auch der Beschluß in Heiligendamm ein
Badehaus zu errichten. Dieses erbaute der Ludwigsluster
Hofbaumeister und Hauptmann von Seydewitz. Um 1795 wurde dann
das erste kleine Restaurant errichtet, denn Seeluft macht ja
bekanntlich hungrig. Eine Pension mit einigen Gästezimmern
wurde 1796 gebaut. Im Jahre 1805 werden die bis dahin üblichen
Bade Schaluppen durch die aus England stammenden Badekarren
abgelöst. Einige Zeit später entsteht ein Damen- und ein
Herrenbad.
1814 beginnt von Seydewitz ein
Gesellschaftshaus zu errichten. 1823 erfolgt die Einweihung der
Pferderennbahn zwischen Heiligendamm und Doberan. Diese Rennbahn
ist die älteste auf dem Europäischen Festland. Bis 1848 entstanden noch viele
Villen die den Adligen des Landes gehörten, denen es zu mühselig
war, ständig den weiten Weg von Doberan nach Heiligendamm
anzutreten.
Im Jahre 1843 wurde zum Gedenken war das Ostseebad bereits 50
Jahre alt und ein Gedenkstein sollte an die Gründung erinnern.
Die Suche nach einem passenden Stein begann. Auf dem Acker des
Elmenhorster Bauern Schmitt wurde man fündig. Ein 125 Tonnen
schwerer roter Granitfelsen wurde durch den Hofbaumeister
Demmler nach Heiligendamm transportiert. Dieser erhielt in
Heiligendamm die Inschrift:
"Friedrich Franz l. gründete hier Deutschlands erstes Seebad
- 1793/1843"

der Gedenkstein von 1843 |

eines der ältesten Gebäude |
Im Jahr 1850 wird die Lindenallee angelegt, eine Straße die seit
dem Heiligendamm mit Doberan verbindet. 1886 wird nach nur
sechswöchiger Bauzeit die Schmalspurbahn eingeweiht. Diese
Schmalspurbahn verbindet Doberan mit Heiligendam.
Auch im 20. Jahrhundert war Heiligendam vor allem ein Urlaubsort
der sozialen Oberschicht. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden
die meisten Hotels und Lokalitäten geschlossen. Im Jahr 1945
erhalten alle Häuser in Heiligendamm einen dunklen Tarnanstrich.
Nach dem 2. Weltkrieg übernahmen DDR, Staat und seine Organisationen
wie der FDGB die Kureinrichtungen im Ostseebad. Das Gesicht von
Heiligendamm veränderte sich, es kamen jetzt auch Arbeiter und
Bauern in den Genuß eines Urlaubs oder Kuraufenthaltes im
Ostseebad. Leider begann auch ein Verfall der Gebäude. 1961
findet das letzte Pferderennen in auf der Galopprennbahn in
Heiligendamm statt. Auf Beschluß der SED Kreisverwaltung wird
die Pferderennbahn umgepflügt.
Seit 1949 war in Heiligendamm auch eine Kunst Fachhochschule
untergebracht. Hier studierten Grafikdesigner, Schmuckdesigner
und Innenarchitekten unter anderem. Im Sommer 2000 wurde die
Fachhochschule nach Wismar zur dortigen Hochschule verlegt.
Mit dem Ende der DDR wurde es erst einmal ruhig um Deutschlands
erstem Ostseebad. Im Jahr 1993 wird die
Galopprennbahn wieder eröffnet. 1997 eröffnet die
Meridian-Klinik. Dann im Jahr 1996
erwarb die in Köln ansässige Fundus-Gruppe die historischen
Gebäude Heiligendamms. Nach gründlicher Rekonstruktion konnte am
1. Juni 2003 das Kempinski Grand Hotel in Heiligendamm eröffnet
werden. Damit zog wieder ein Hauch vergangener Zeiten im
Ostseebad ein. Im Jahr 2004 erfolgt die Anerkennung als
Seeheilbad.
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Kempinski Grand
Hotel Heiligendamm |
diese Villa
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2007 bietet Heiligendamm immer noch einen
recht trostlosen Eindruck. Bis auf einige Häuser wie das besagte
Kempinski Hotel, der Meridian-Klinik und einigen anderen
Gebäuden, gammelt der größte Teil der Villen
weiter vor sich hin. Die meisten Besucher sind enttäuscht, denn
viel hat man hier nicht zu bieten.
Mit dem G7 Gipfel hofft man in Heiligendamm wieder an alte
Zeiten anzuknüpfen. Ob das mit dem Abschotten und Einzäunen der
wenigen Hotels gelingt, darf bezweifelt werden. Es gibt keine
ordentliche Strandpromenade und der Strand selber ist auch sehr
armselig. Dem Ort fehlt das pulsierende farbenfrohe Leben
wie in anderen Ostseebädern.
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